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16. September 2005

Grundsteinlegung in Twist

Twist: Gaserzeugung zur Stromgewinnung

Twist „Heute beginnt der Bau einer rein pflanzenvergärenden Biogas-Anlage. Die Anlage läuft ohne Gülle, das ist eine technische Neuheit", betonte CornTec-Generalunternehmer Hermann Rugen, der jetzt gemeinsam mit dem Landwirt, Bauherr und Betreiber Frank Hämmerling, weiteren am Projekt beteiligten Landwirten, dem Twister Bürgermeister Ernst Schmitz und anderen Gästen auf dem Hof Hämmerling den Grundstein zur neuen Biogas-Anlage gelegt hat.

„Insgesamt 41 Familien sind wirtschaftlich an diesem Projekt beteiligt. Zum Teil sind es reine Kommanditisten, zum Teil Landwirte, die sich finanziell beteiligt haben und Material oder Landwirte, die nur ihr Material verarbeiten. 21 Landwirte werden sich mit 200 Hektar Nutzfläche beteiligen. Und besonders erfreulich ist der große Rückhalt in der Gemeinde und Verwaltung bei der Umsetzung dieses Projekts", sagte Rugen.

Die mit einer halben Million Euro an privatem Eigenkapital mitfinanzierte Anlage arbeite in einer Größenordnung von vier Millionen Kilowattstunden pro Jahr, was den Bedarf von 1000 Einfamilienhaushalten decke.

Zu den Vorteilen dieses Anlagentyps sagte Hämmerling: „In Breddorf bei Bremen habe ich erstmalig eine Anlage gesehen, die mit Mai, funktioniert, da gab es der „Aha-Effekt“. Das ist eine Sache, die nicht stinkt, wirtschaftlich interessant ist und die zuverlässig funktioniert". Anders als bei der Windenergie bietet die Twister Biogasanlage eine dauerhafte Grundlastversorgung, da sie ganzjährig rund um die Uhr betrieben werden kann. „Wir erreichen so über 8000 Jahresstunden", sagte Rugen.

Da Mais vergoren werde, der sich sehr gilt speichern lasse, sei die ständige Versorgung der Anlage mit dem nachwachsenden Biomaterial „absolut unproblematisch', erklärte Hämmerling und fügte hinzu: „Wenn man an den Nawaro-Bonus von sechs Cent je Kilowattstunde denkt, dann ist je nach örtlichen Gegebenheiten mit etwa zehn Cent pro Quadratmeter Nutzfläche zu rechnen". Dabei könnten die Landwirte das „Erneuerbare-Errergien-Gesetz" (EEG) 20 Jahre lang zu ihrem Vorteil nutzen. Interessant sei auch, dass durch den Vergärungsprozess keine Nährstoffe verloren gingen. So werde ein Kreislauf erreicht, der über die Mais-Pflanze Sonnenenergie nutze und zugleich den Verbrauch an Mineraldünger senke.

"Meppener Tagespost" vom 16.09.2005