Pressestelle

CornTec GmbH
Lohberg 10a
49716 Meppen

Tel: 0 59 31 / 88 38 7 - 0
Fax: 0 59 31 / 88 38 7 - 30
eMail: presse@corntec.de

15. August 2007

„Wärmenutzung verbessern“

SPD-Fachleute diskutierten über Biogas

Die CornTec-Biogasanlage in Twist haben Politiker der SPD besucht.

tb Twist. Biogas ist eine alternative Energie vom Acker. Aber welche Alternative zu Kohle, Öl und Uran bietet sie auf Dauer? Dieser und weiteren Fragen ist der Arbeitskreis ländlicher Raum, Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz der niedersächsischen Landtags-SPD in Twist nachgegangen.

Zu diesem Zweck besuchten die Abgeordneten unter der Leitung der agrarpolitischen Sprecherin und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Karin Stief-Kreihe, die Firma CornTec mit ihrem Verwaltungsstandort in Meppen und der Biogasanlage in Twist. Teil nahmen auch der Bundestagsabgeordnete Dieter Steinecke (Uelsen) sowie Vertreter der SPD-Ortsvereine Meppen und Twist.
CornTec-Geschäftsführer Hermann Rugen stellte zunächst sein Unternehmen vor, das bundesweit Biogasanlagen plant, realisiert und betreibt. „Im Unterschied zu anderen Anlagen werden bei uns ur Pflanzen vergoren und keine Gülle oder Abfälle. Außerdem realisieren wir nur Gemeinschaftsanlagen mit vielen Rohstofflieferanten und Geldgebern aus der unmittelbaren Umgebung des Standortes. So sorgen wir dafür, dass kaum Flächenkonkurrenz untereinander entstehen können“. Rugen betonte, unterstützt von Gesellschafter Ludwig Nyhuis, ein Ziel des Unternehmens sei gewesen, Landwirten in Zeiten schwankender und schwacher Märkte vor allem für Feldfrüchte ein kalkulierbares Auskommen zu bieten. Diese Möglichkeit habe sich durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz der Bundesregierung 2004 ergeben und eine enorme Marktbewegung in Sachen Biogas in Gang gesetzt. Mittlerweile betreibe CornTec neun Gemeinschaftsanlagen, zwei befänden sich im Bau. 200 Landwirte und 344 Kommanditisten seien beteiligt, 50 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr das Ziel.

Nahrung contra Energie?

Die anschließende Diskussion drehte sich schnell um folgende Fragen: Kann erstens der Biogasboom weitergehen wie bisher, wenn die Preise für Getreide und damit auch den Hauptbiogasrohstoff Mais so hoch bleiben wie jetzt, und zweitens, wie vertragen sich die sich andeutende weltweite Nahrungsknappheit und die Verwendung von Nahrungsmitteln für Energie? Einige Antworten gab das Präsidiumsmitglied des Fachverbandes Biogas, Harm Grobrügge aus Freising/Bayern, der ebenfalls zu dem Termin geladen war. Nach seinen Angaben kamen die Preissteigerungen beim Getreide nicht überraschend, sondern nur überraschend schnell. „ Wir haben das erwartet und sind davon ausgegangen, dass steigende  Preise durch technische Innovationen aufgefangen werden können. Ob dies nun aber so schnell gelingt, ist zweifelhaft. Manch eine Anlage wird wohl nicht überleben“. Was die Nahrungsmittelversorgung angehe, so würden in Deutschland derzeit nur auf 3,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Biogasrohstoffe angebaut. Dies falle nicht ins Gewicht.
Wie die Zukunft der Biogas- und damit Stromerzeugung aussehen wird, hängt, so der Tenor der Fachleute, stark davon ab, wie weit es gelingen wird, die bei der Biogasverbrennung anfallende Wärme tatsächlich sinnvoll zu nutzen. Karin Stief-Kreihe und Dieter Steinecke waren überzeugt, dass die anstehende Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eine Verpflichtung zur Wärmenutzung bringen werden. Eine Option für die Zukunft sollte nach Meinung der meisten Anwesenden auch die Einspeisung von Biogas ins herkömmliche Gasnetz sein. Dies ist aber derzeit noch technisch schwierig und zu teuer. 

Quelle: Meppener Tagespost