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Ahnsbecker Wärme aus Biogas: 242 Haushalte wollen mitmachen
Bis Jahresende soll Nahwärmenetz schon betriebsbereit sein
Trotz des Kiebitzfestes im benachbarten Bunkenburg pilgerten gestern Hunderte zur Biogasanlage in Ahnsbeck. Ihr Interesse hatte einen besonderen Grund: Noch in diesem Jahr soll die Anlage das Dorf mit Wärme versorgen. 242 Haushalte wollen sich anschließen lassen.
Von Andreas Babel
AHNSBECK. Große Chancen bei dem Malwettbewerb zu gewinnen haben Gavin (7) und Roman-Hendrik (10) Wilms aus Hannover wohl nicht. Eigentlich sollten sie Bilder zum Thema Biogasanlage malen, sie zeichneten aber lieber Kühe auf einer Weide. Deren Gülle kann dort auch zur Stromerzeugung eingebracht werden. In Ahnsbeck ist das aber anders: Diese Anlage wird zu 100 Prozent mit Mais bestückt, erläutert Ingrid Alps. Die ist Sprecherin der Lieferantengemeinschaft der elf Bauern. Die haben sich für 20 Jahre verpflichtet, auf 235 Hektar Mais anzubauen und für die Anlage zu liefern. Die Gesamtfläche der Bauern beziffert Alps auf über 1000 Hektar.
Gestern herrschte reger Andrang beim „Tag des offenen Hofes“. Der Ansturm hatte seinen Grund: Für einen Anschluss an das Nahwärmenetz, das im September dieses Jahres in Betrieb gehen soll, gibt es bereits 242 interessierte Haushalte. Die Trasse des Netzes verläuft durch den gesamten Ort. Auch im hintersten Winkel können Häuser angeschlossen werden. In drei Wochen sollen die Maschinen anrücken, die den Graben für die Gasleitung ausheben erläutert Claus Diekel, kaufmännischer Geschäftsführer von CornTec. Seine Firma betreibt elf Anlagen zwischen Meppen und Ulm. Das Gas wird von der Biogasanlage zu zwei Blockheizkraftwerken geleitet, die bis Anfang Oktober am Rande des Dorfes errichtet werden sollen. Hier wird ein Teil des Gases in Wärme und ein anderer Teil in Strom umgewandelt. Die Wärme wird in den Haushalten zum Heizen genutzt. Der Strom wird in derselben Trasse, auf der die Gasleitungen verlaufen, zurück zur Biogasanlage geführt. Hier wird der Strom ins Netz eingespeist. Und bei extremer Kälte soll ein Holzhackschnitzel-Kraftwerk in der Dorfmitte zusätzliche Wärme liefern. Eine rundherum sichere Sache also. Für den Maisanbau bedeutet das, dass die Bauern ihn noch intensivieren werden. „Die Anlage wird dann zweimal am Tag befüttert“, sagt Diekel. Die Landwirte sind froh darüber, versichert Ingrid Alps.
Quelle: Celler Zeitung v. 14. Juni

