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16. September 2010

Schwindelfrei am Siloberg

1. Eingehakt: Biogasbetreiber Stefan Fritschi (links) und Andreas Mack beim Platzieren der Silosäcke mit dem quck´n fix-Silosackbefestiger.

2. Gezeigt: CornTec-Geschäftsführer Peter Schuler und Zill-Mitarbeiter Jochen Schlumberger vor der 800 kW-Anlage in Langenau bei Ulm.

Praxis | Das Biogassubstrat muss unter die Folie. Das ist erforderlich und anstrengend zugleich. Eine neue Silo-Sack-Befestigung soll nun den Energiewirten die Arbeit erleichtern. In der Nähe von Ulm testen zwei Betreiber das Produkt und freuen sich über mehr Zeit und effizientere Arbeitsschritte.

Stefan Fritschi und Andreas Mack haben die Stunden nicht gezählt. Aber es hat wieder lange gedauert, sagen sie. Und ganz ungefährlich sei die Sache auch nicht. Schwindelfrei und kräftig sollte man schon sein: Gemeinsam haben die beiden Anlagenbetreiber im vergangenen Jahr über 1.000 Sandsäcke auf ihrem 18.000 m3 großen Silageberg verteilt.

In der gleichen Situation wie die beiden Verantwortlichen auf der CornTec-Biogasanlage in Langenau bei Ulm stecken viele Energiewirte mit hohem Substratbedarf. Nach der jährlichen Ernte von Energiemais, Grünroggen oder Sorghumhirse muss die Schutzfolie über das Substrat gezogen werden. Das zählt noch zu den leichteren Übungen. Anstrengender ist es, die 20 kg schweren Sandsäcke mit den eigenen Händen an ihren Platz zu hieven. An den steilen Wänden bei hohen Silos besteht zudem die Gefahr, samt Sack in die Tiefe zu rutschen.

Von einem Punkt
aus Stefan Fritschi und Andreas Mack sollen es dieses Jahr leichter haben: Das Unternehmen Zill GmbH & Co. KG verspricht mit ihrem neuen Produkt quick´n fix die Arbeit auf dem Silageberg zu vereinfachen. Die quick´n fix Silo-Sack-Befestigung inklusive Sandbeutel mit Haltegriff soll die Säcke vor dem Abrutschen schützen. Das 4,3 m bzw. 10,3 m lange Band ist je nach Größe mit 5 oder 11 Metallhaken ausgestattet.

Die Griffe der Säcke werden in die Metallhaken eingehängt. Der Energiewirt kann vom höchsten Punkt des Siloberges aus, die Säcke an das Band befestigen und anschließend die Beutelkette an der richtigen Stelle herunterrutschen lassen. An den steilen Seitenrand des Silos muss er nicht mehr gehen.

Laut Zill-Mitarbeiter Jochen Schlumberger, erreicht man damit eine stabile Querbarriere  und Abdichtung. „Selbst wenn sich der Silagestock nach der Zeit senkt, bleibt das Silo dank quick´n fix ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand abgedichtet. Die Unterziehfolie, die Silofolie und das Siloschutzgitter bleiben somit auch bei starkem Wind fixiert“, sagt Schlumberger.

Die Firma Zill aus Lauingen liegt nur 35 km entfernt von Langenau, wo die 800 kW Biogasanlage der Firma CornTec (siehe Kasten) steht. Schon seit Jahren pflegen die beiden Unternehmen einen regen Austausch. „Mit der Firma Zill haben wir einen geeigneten Partner an unserer Seite,“ sagt Peter Schuler, Geschäftsführer der CornTec-Biogasanlage. Entwickelt Zill ein neues Produkt für den Siloschutz, sind die Mitarbeiter der Anlage in Langenau die ersten, die das Teststück in der Praxis testen. „Für uns ist es wichtig, direkt mit den Biogasanlagenbetreibern in Kontakt zu stehen,“ sagt Schlumberger. Und auch die beiden Anlagenbetreiber können der engen Zusammenarbeit Positives abgewinnen. „Wir sind selbst an Produkten interessiert, die Zeit einsparen und die Arbeit leichter machen,“ sagt Stefan Fritschi. Rouven Zietz