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9. August 2005

Umwelt und Landwirte gewinnen durch Anlage in Twist

Schüler-Facharbeit zum geplanten Biogasvorhaben Twist

Meppen/Twist (hfi) In Twist wird der Bau einer privat finanzierten Biogasanlage geplant. Ralph Neumann, Schüler des Gymnasiums Marianum in Meppen, setzt sich in einer Facharbeit mit diesem zukunftsträchtigen Thema auseinander und kommt zum Ergebnis, "dass in Twist ein wesentlicher Schritt zur umweltbewussten Energiegewinnung getan" wird.

Heute werden nachwachsende Rohstoffe immer wichtiger. Dies zeigt sich bereits in der Entwicklung der Anbaufläche. Seit 1990 hat sie sich von unter 300000 Hektar auf etwa eine Million Hektar im Jahr 2004 ausgeweitet. Dabei handelt es sich um die Flächen aller nachwachsenden Rohstoffe. Hierzu gehören neben Holz, das im modernen Hausbau nicht nur als Gerüst, sondern auch als Dämmstoff genutzt wird, auch Raps, aus dem Schmierstoffe und Biodiesel erzeugt werden. Mais, Getreide, Gülle, Schlacht- und Kompostabfälle finden in Biogasanlagen Verwendung. Biomasse könnte nach Aussage von Neumann bis zum Jahr 2030 mehr als 17 Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken.
Aus ökologischer Sicht ist der Einsatz nachwachsender Rohstoffe interessant, weil dadurch keine neuen C02-Emissionen in die Atmosphäre gelangen. Lediglich das in den Pflanzen vorkommende CO2 wird freigesetzt. So entsteht den Erklärungen des Gymnasiasten zufolge ein geschlossener C02-Kreislauf. Da sich Deutschland im Kyoto-Protokoll verpflichtet hat, seine CO2-Emissionen bis 2010 von einer Milliarde auf 245 Millionen Tonnen zu verringern, kann „durch Bioenergie ein sehr wichtiger Beitrag dazugeleistet werden." Der Wert der in Deutschland insgesamt erzeugten Biogasmenge beläuft sich auf 12,2 Milliarden Kubikmeter. Damit könnten laut Neumanns Facharbeit bis zu 4,4 Millionen Haushalte mit Strom und 1,7 Millionen Haushalte mit Wärme versorgt werden. Die erzeugte Strommenge ist vergleichbar mit der Jahresleitung zweier Kernkraftwerke. In Twist planen private Investoren eine Biogasanlage auf Maisbasis. Im Gegensatz zu üblichen Biogasanlagen, in denen Gülle als Grundstoff eingesetzt und weitere Zusatzstoffe zur Vergärung zugefügt werden, soll in der Twister Anlage nur Mais vergoren werden. Dies habe dem Schüler zufolge unter anderem den Vorteil, dass sich eine mögliche Geruchsbelästigung in Grenzen hält. Der Mais wird im so genannten Fermenter vergoren und das erzeugte Methangas wird einem Blockkraftwerk zugeleitet, in dem es zu Strom und Wärme umgewandelt wird.

Ralph Neumann erkennt im Bau einer Biogasanlage vielfältige Vorteile. So sieht er für die Landwirtschaft in Twist und Umgebung mit dem Anbau von Mais für Biogasanlagen eine große Chance „ein lohnendes Nebeneinkommen, vor allem für Landwirte mit kleineren Betrieben" zu schaffen. Für größere landwirtschaftliche Betriebe biete sich der Bau einer eigenen Biogasanlage an. Sie könnten sich über den Verkauf des erzeugten Stromes eine neue Einnahmequelle erschließen.

Zurzeit gibt es nach Neumanns Angaben neben einer Grundvergütung von neun Cent pro Kilowattstunde noch einen „Biomasse-Bonus", so dass insgesamt 15 Cent für eine ins Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde vergütet werden, Weiterhin sieht der Schüler Vorteile in der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und der Förderung der Landwirtschaft in der wirtschaftlich schwachen Region. Nicht zuletzt gewinne auch die Umwelt durch die Erzeugung von Energie mittels Biogas.

In seinem Fazit kommt Neumann zu dem Schluss, „dass in Twist ein wesentlicher Schritt zur umweltbewussten Energiegewinnung getan wird" und dass er sich für diese landwirtschaftlich dominierte Region lohnen werde.

"Meppener Tagespost" vom 09.08.2005